Das Portal der Ulrichskirche

Immer wieder aufgebaut

Seit über 1.000 Jahren stand eine Kirche auf dem Areal des heutigen Ulrichplatzes, die Ulrichskirche. Mehrmals wurde sie zerstört und immer wieder aufgebaut. Am 5. April 1956 wurde die im Zweiten Weltkrieg beschädigte Kirche dann für immer aus dem Stadtbild Magdeburgs gesprengt. Ihre Fundamente ruhen bis heute unter der Grasnarbe des Ulrichplatzes.

Daten und Fakten

  • 1197 Erste urkundliche Erwähnung des Pfarrsprengels (Wirkungsbereich eines Pfarrers) von St. Ulrich. Die Errichtung der Kirche lässt sich auf den Zeitraum zwischen 993 (Heiligsprechung Ulrich von Augsburg) und 1022 (Bau der Magdeburger Stadtmauer) datieren.
  • 1464 Erweiterung des Kirchennamens um einen zweiten Namenspatron: St. Ulrich und Levin.
  • 1524 Der Reformator Nikolaus von Amsdorf, ein enger Vertrauter Martin Luthers, ist Prediger an der Ulrichskirche und zugleich Superintendent von Magdeburg.
  • 1551 Veranlasst durch Matthias Flacius und Johann Wiegand, Pfarrer an der Ulrichskirche, entstehen hier die Magdeburger Centurien, ein noch heute vielbeachtetes Werk zur gesamten Kirchengeschichte aus protestantischer Sicht. 
  • 1648 –1656 Die im Dreißigjährigen Krieg zerstörte Kirche wird wieder aufgebaut.
  • 1861 Am 9. Juni bricht infolge eines Blitzschlags ein Feuer aus, welches das Dach, die beiden Türme und ein Teil des Gewölbes in der Nähe der Türme zerstört. Der Wiederaufbau, vor allem der Türme, zog sich bis 1866 hin. Dabei wurden die Kirche im Äußeren und Inneren neogotisch umgestaltet.
  • 1928 Am 6. November hält Günther Dehn im Gemeindehaus der Ulrichskirche den folgenreichen Vortrag über „Kirche und Völkerversöhnung“. Er bejahte zwar das Recht des Verteidigungskrieges und lehnte die Kriegsdienstverweigerung ab, stellte jedoch unter anderem die Errichtung von Kriegerdenkmälern in Kirchen in Frage. Die Äußerungen Dehns wurden dahingehend aufgefasst, dass er die Ansicht vertrete, Soldaten seien Mörder.
  • 1935 Oskar Zuckschwerdt, Mitglied der Bekennenden Kirche, tauft am 17. März den Juden Albert Hirschland in der Ulrichskirche. Zuckschwerdt wird zwei Jahre später unter dem Vorwurf des Kanzelmissbrauchs und wegen Vergehen gegen das Sammlungsgesetz verhaftet. Nach mehreren Monaten Untersuchungshaft wird das Verfahren gegen ihn 1938 eingestellt.
  • 1956 Am 5. April wird die über 1.000 Jahre alte Ulrichskirche, die die Bombardierung der Stadt Magdeburg am 16. Januar 1945 beschädigt überstand, gesprengt.

Ausführliche Informationen zur Ulrichskirche finden Sie hier.

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